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Gottesdienste

auf der Marienburg

Neujahrsgottesdienst

Telefongottesdienst vom 1. Januar 2022

Welcome-Musik

Instrumentalmusik  "Was ist deine Geschichte"

Welcome

•    Auch heute feiern wir wieder nach Corona-Regeln
hier in unserer Kirche der Jugend Marienburg
und bei Euch zu Hause am Computer oder am Telefon.
„Ein weites Feld“ tut sich vor meinem geistigen Auge auf:
Viele Orte, aus denen Ihr an Euren Telefonen dabei seid,
sind hier von der Marienburg aus gut zu sehen.
Und manche sind von weiter weg dabei.

•    Alle Texte und Lieder findet Ihr auf unserer Homepage www.jugend-marienburg.
Die englischen Songs finden sich als deutsche Übersetzung.

•    Während des Gottesdienstes sind Eure Mikrophone ausgestellt.
So könnt Ihr zu Hause laut mitsingen und mitbeten, keiner hört Euch.

•    Beim Friedensgruß könnt Ihr mit *6 Euer Mikrofon anstellen
und Euren Wunsch hinein sprechen, dann sind wir alle untereinander zu hören.

•    Für den Segen am Ende des Gottesdienstes laden wir Euch ein, eine Decke,
einen Schal, eine Weste oder einen wärmenden Pullover bereit zu legen.

Einladung zum ersten Lied

Heute Abend werden wir in diesem Gottesdienst musikalisch begleitet
von der Band „Play My Favourites“.
Das ist eine gute Tradition, jedes Jahr am 1. Januar,
dass Ihr uns ins neue Jahr begleitet.
Danke dafür, auch heute wieder, und herzlich willkommen!
Schön, dass Ihr mit Euren Liedern unseren Gottesdienst bereichert!

Liturgische Eröffnung und Begrüßung

Schön, dass wir das Neue Jahr 2022 gemeinsam einläuten
und es begrüßen mit unserem Neujahrsgottesdienst
hier auf der Burg und bei Euch zu Hause.
„Und lagerten auf weitem Feld“, so haben wir die Weihnachtszeit überschrieben.
Von den Hirten auf den weiten Feldern Bethlehems haben wir mitbekommen,
wie gegensätzliche diese Weite sein kann:
Denn das weite Feld birgt immer beides: Chance und Risiko,
freier Himmel und Verlorensein,
karge Wüste und üppiges Wachsen,
Vertrautsein und Ausgeliefertsein,
Angst und Mut.
All das war in den Hirten. All das ist auch in uns.
Jeder Jahresbeginn wie heute ist so ein weites Feld
zwischen zögerlicher Ungewissheit
und gespannter, neugieriger und froher Erwartung.
Das Bange und das Erwartungsvolle des weiten Feldes 2022
wollen wir heute Abend unter Gottes Schutz stellen.
Darum legen wir sein Segenszeichen über uns
und beginnen diesen Gottesdienst
+ im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ankommen & Besinnen

Hinführung zum Song

Bevor wir uns dem weiten Feld des Neuen Jahres zuwenden,
wagen wir noch einmal einen Blick zurück in das weite Feld 2021.
Der Song von Keno „Was ist Deine Geschichte“
stellt genau die richtigen Fragen, um zurück- und nach vorne schauen zu können:
Was ist deine Geschichte? Was hast du erlebt?
Was zählt? Was möchtest du ändern? Was hat dich wirklich bewegt?

Song

Was ist Deine Geschichte?

Worüber hast du zuletzt gelacht und über was zu lange nachgedacht?
Was ist das Schlimmste, was du je getan hast? Was ist deine Superkraft?
Wonach roch deine Kindheit? Wie lange dauert‘s noch?
Auf wen kannst du unmöglich verzichten und für wen tust du‘s doch?

Was ist deine Geschichte? Was hast du erlebt?
Was zählt? Was möchtest du ändern? Was hat dich wirklich bewegt?
Wie‘s auch gewesen, was auch geworden ist:
Das Ergebnis sind wir
hier.
Erzähl mir von dir!

Wofür nimmst du dir Zeit? Tut es dir gut?
Wovon hast du zu viel? Was willst du teilen? Sind wir genug?
Wessen Hand hältst du? Und welche Versprechen?
Wovon handelt dein Lieblingslied? Hab ich nicht irgendwas vergessen?
Was ist deine Geschichte…

Wie sieht diese Welt aus, wenn du sie beschreibst?
Was sehe ich anders, wenn du es mir zeigst?
Komm wir machen einen Anfang:
Erzähl mir, erzähl mir,
erzähl mir von dir!

Gebet

Gott unseres Lebens und unserer Geschichte,
du stellst unsere Füße auf weiten Raum.
Hinter uns und vor uns liegt das weite Feld unseres Lebens.
Heute fragst Du uns:
Was ist deine Geschichte? Was hast du erlebt?
Was zählt? Was möchtest du ändern? Was hat dich wirklich bewegt?
Hilf uns, auf dem festen Grund des vergangenen Jahres
Schritte zu wagen in die Weite des neuen Jahres 2022.
Begleite uns und stärke uns mit Deiner Nähe
und lass uns Dich finden wie die Hirten
auf dem freien Feld unseres Lebens.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

Amen.

Hinführung zum Bibeltext

Wenn die Hirten gefragt worden wären:
Was ist deine Geschichte? Was hast du erlebt?
Was zählt? Was hat dich wirklich bewegt?
Was hätten sie wohl erzählt?

Lk 2, 16-21

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.

In jener Zeit eilten die Hirten nach Betlehem
und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.
Als sie es sahen, erzählten sie von dem Wort,
das ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
Und alle, die es hörten,
staunten über das, was ihnen von den Hirten erzählt wurde.
Maria aber bewahrte alle diese Worte
und erwog sie in ihrem Herzen.
Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott
und priesen ihn für alles, was sie gehört und gesehen hatten,
so wie es ihnen gesagt worden war.
Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte,
gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte,
bevor das Kind im Mutterleib empfangen war.

Hinführung und Statement 1

Hinführung zum Statement
Fünf Gäste haben wir heute zu Gast in unserem Neujahrsgottesdienst.
Sie alle wollen uns aus ihrer Sicht etwas mitgeben ins Neue Jahr.
Wir haben sie gefragt, wie sie unser Thema verstehen:
„Ein neues Jahr – ein weites Feld“.
Beginnen wir mit den Hirtinnen und Hirten,
die uns ja schon seit Adventsbeginn begleiten
und deren Erfahrung vom Lagern auf weitem Feld
uns zu unserem Thema inspiriert hat.

Eine Hirtin von Bethlehems Feldern
Vielleicht haben wir Hirtinnen und Hirten eine besondere Offenheit.
Ihr habt es ja selbst mitbekommen in den vergangenen Wochen:
„Wir lagerten auf weitem Feld!“
Das kann bisweilen bedrohlich sein und dunkel und kalt,
geprägt und gefordert von der Sorge um die Herde und ums Überleben.
Aber ein weites Feld macht auch offen und empfänglich.
Das Umherziehen, das Wechseln von Orten und Perspektiven,
der bewusste Wechsel von Tag und Nacht, das macht ja unser Leben aus.
Ich wollte diese Weite nicht missen.
Hätten wir sonst mitbekommen, dass der Sohn des Höchsten geboren wird?
Hätten wir bemerkt, dass die furchteinflößende und bisweilen dunkle Weite
umfangen ist vom Licht der Engel
und dass das Dunkel seitdem nicht mehr so dunkel ist?
Auch vor Euch liegt wie vor uns ein weites Feld.
Da kann es einem angst und bange werden, gerade heute!
Aber vertraut uns: Die Weite bewahrt auch vor Engstirnigkeit.
Die Weite lässt uns mutig auf Neues zugehen.
Und die Weite macht empfänglich für Gottes Wirken und die Botschaft der Engel:
„Fürchtet Euch nicht!“
Also, auf geht’s: „Ein neues Jahr, ein weites Feld!“

Hinführung zum Song "Better days"

Was die Hirten erfahren haben, ist auch die Botschaft von Dermot Kennedy
in dem Song „Better Days“, den wir gleich hören werden.
Der 1991 geborene Ire Dermot Kennedy sagt selbst über seinen Song:
„Dies ist ein Lied über Geduld. Es geht darum,
an etwas Helleres zu glauben und Better Days nie aus den Augen zu verlieren,
egal wie schwer die Dinge werden mögen.
Als Künstler fühle ich mich in gewisser Weise dafür verantwortlich,
zu versuchen, dass sich die Leute ein wenig besser fühlen,
sei es, dass sie an jemanden denken, den sie lieben,
oder einfach nur für die Länge eines Songs von ihren Problemen ablenken.
Dies ist also mein Beitrag, um hoffentlich einigen Menschen
einen Moment Trost zu spenden.
Bessere Tage werden kommen.“

Song

Dermot Kennedy - Better Days deutsche Übersetzung

Es kommen bessere Tage, wenn es dir keiner sagt.
Ich hasse es, dich weinen zu hören, am Telefon, Liebes.
Sieben Jahre lang warst du Soldat.
Bessere Tage werden kommen. Wenn niemand es dir sagt.
Ich hasse es, dich weinen zu hören über das Telefon.
Für sieben Jahre rennen, Du warst Soldat.

Bessere Tage werden kommen,
bessere Tage werden kommen für dich.
Wenn die Nacht sich für immer anfühlt:
Ich werde mich erinnern, was du zu mir gesagt hast.

Ich weiß, dass du verletzt wurdest.
Warte auf einen Zug, der einfach nicht kommt.
Der Regen, er ist nicht dauerhaft.
Und bald tanzen wir in der Sonne.
Wir werden in der Sonne tanzen.
Und wir werden zusammen dein Lied singen.
Und wir werden zusammen dein Lied singen.

Wir verpassen nie die Blumen, bis die Sonne untergegangen ist.
Du zählst nie die Stunden, bis sie aufgebraucht sind.
Du bist jetzt auf der anderen Seite des Sturms, du solltest so stolz sein.
Bessere Tage kommen…

Deine Geschichte wird sich ändern, warte einfach auf bessere Tage.
Du hast zu viel Schmerz gesehen, jetzt weißt du es nicht einmal,
dass sich deine Geschichte ändern wird, warte einfach auf bessere Tage.
Ich verspreche dir, ich werde nicht loslassen.

Ich weiß, dass du verletzt wurdest
Warte auf einen Zug, der einfach nicht kommt.
Der Regen, er ist nicht dauerhaft.
Und bald tanzen wir in der Sonne.
Wir werden in der Sonne tanzen.
Und wir werden zusammen dein Lied singen.
Und wir werden zusammen dein Lied singen.

Hinführung und Statement 2

Hinführung zum Statement
Uns war es auch wichtig, einen Menschen einzuladen,
der wie die Hirten einen Bezug hat zum Feld im weitesten Sinn,
nämlich Feld im Sinn von Acker und Boden, zu Land und Erde.
Uns so begrüßen wir in unserer Mitte einen Gärtner,
der uns ebenfalls ein weites Feld eröffnet, das es zu beackern gilt:

Ein Gärtner
Ja, mir als Gärtner fällt noch etwas ganz anderes ein,
wenn ich den Satz über die Hirten hören:
„Und sie lagerten auf weitem Feld.“
Ich entdecke diese Weite nämlich schon in einem Klumpen Erde vom freien Feld:
Als Gärtner habe ich schon oft die Frage gestellt:
„Weißt du, wie viele Lebewesen in einer Handvoll Erde stecken?“
Die Sendung mit der Maus hat das schon mal nachzählen lassen.
Auf über eine Milliarde Lebewesen ist sie gekommen.
Manche Quellen sagen sogar,
dass je nach Qualität des Bodens in einer Handvoll Erde
mehr Lebewesen stecken können, als Menschen auf der Erde leben.
Klar, die Regenwürmer und Asseln, die man schnell entdeckt,
sind darunter noch die Riesen.
Und trotzdem: Alle diese kleinen Lebewesen sind die Voraussetzung
für alles andere Leben auf dieser Erde.
Denn ohne sie wäre der Boden unfruchtbar und Pflanzen könnten nicht wachsen.
Ganz schön viel Leben also für einen scheinbaren „Haufen Dreck“.
Grund genug die Einstellung zum Land, zur Erde, die uns trägt,
noch einmal zu überdenken, uns zu sensibilisieren,
zu schützen, zu bewahren, zu hegen und zu pflegen,
was unser Leben auf dieser Erde erhält:
„Ein neues Jahr, ein weites Land.“

Lied

Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

Hinführung und Statement 3

Hinführung zum Statement
Neben den Hirten und dem Gärtner haben wir heute Maria eingeladen.
Sie ist heute hier, um uns auf eine ganz neue Dimension von Weite stoßen lässt.
Doch hören wir von ihr selbst, wozu sie uns einladen möchte:

Maria
Ich bin Maria. Von mir war in diesen Tagen ja auch viel die Rede.
Auch ich möchte am Beginn des neuen Jahres Euer Thema aufgreifen:
„Ein neues Jahr, ein weites Feld“.
Mein weites Land kann jede und jeder betreten.
Eben im Evangelium war davon die Rede:
„Maria aber bewahrte alle diese Worte und erwog sie in ihrem Herzen“, so hieß es.
Das ist mein weites Land. Es ist in mir. Ein Ort, den mir niemand nehmen kann.
An diesem Ort ist mir mein Auftrag klar geworden, meine Berufung.
In mir musste ich die Bausteine meines Lebens zusammen fügen,
den Sinn entdecken, Schweres und Schönes verarbeiten,
Krisen und Chancen in Einklang bringen,
meinen Weg suchen und finden, wie jeder und jede von Euch.
In mir, in meinem Inneren, entdeckte ich die Kraft der Worte,
die mich am Leben hielten.
Jesus, Immanuel, Gott mit mir, in mir, ist eines dieser Worte,
das ich in mir getragen habe und das mir Kraft gegeben hat.
Welches Wort lässt Dich nicht mehr los?
Trau Dich, in Dich hineinzuhören, immer mal wieder im neuen Jahr.
Dann wirst Du es auch in Dir entdecken: „Ein neues Jahr, ein weites Feld.“

Lied

Gott gab uns Ohren, damit wir hören. Er gab uns Worte, dass wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören. Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

Hinführung und Statement 4

Hinführung zum Statement
Als vierten Gast haben wir die Jüdin Hanna Arendt eingeladen.
Geboren wurde sie am 14. Oktober 1906 in Hannover.
Sie verstarb am 4. Dezember 1975 in New York.
Sie war eine Kritikerin der Nationalsozialisten,
unter denen sie litt, die sie inhaftierten und vor denen sie floh.
Gerade in der Weihnachtsbotschaft entdeckt sie trotz dieser Erfahrungen
einen Hoffnungsfunken, der ihr Leben, Denken und Wirken weit macht
und sie offen und mutig auf Neues zugehen lässt.

Hanna Arendt
Ja, mein Name ist Hannah Arendt.
Als Jüdin musste ich während der NS-Zeit
meine Heimat Deutschland verlassen
und 1941 auch aus dem besetzten Frankreich fliehen.
Trotz dieser Erfahrungen bin ich nicht verzweifelt
an der Geschichte und an den Menschen.
Schon sehr oft habe ich gesagt:
„Dass man in der Welt Vertrauen haben und dass man für die Welt hoffen darf,
ist vielleicht nirgends knapper und schöner ausgedrückt als in den Worten,
mit denen die Weihnachtsoratorien die frohe Botschaft verkünden:
„Uns ist ein Kind geboren.“
Weil jeder Mensch auf Grund des Geborenseins
ein Anfang und Neuankömmling in der Welt ist,
können Menschen Initiative ergreifen, Anfänger werden
und Neues in Bewegung setzen.
Probieren wir Neues aus, wagen wir Neues am Beginn des neuen Jahres.
Das fällt mir ein, das finde ich wichtig, wenn ich darüber nachdenke:
„Ein neues Jahr, ein weites Feld.“

Lied

Gott gab uns Hände, damit wir handeln. Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln. Wir können neu ins Leben gehn.

Hinführung und Statement 5

Hinführung zum Statement
Als letzten Gast begrüßen wir Gerald Hüther.
Er ist Neurobiologe.
Wir haben ihn eingeladen, weil auch er am Beginn des neuen Jahres
unser Denken weit machen und nach vorn bringen kann.

Gerald Hüther
Aus meiner fachlichen Sicht entdecke ich viel
auch von meiner Sicht der Dinge in dem bisher Gesagten:
Als Neurobiologe habe ich entdeckt:
„Das Gehirn ist ständig in Bewegung, baut sich ständig um,
entwickelt neue Synapsen an jenen Stellen, die vermehrt genutzt werden.“
Für mich wird das Gehirn nicht immer größer,
aber es entwickelt sich ständig weiter.
Letztlich bietet das Gehirn also immer die Möglichkeit,
aus festgefahrenen Mustern auszubrechen
und dadurch glücklicher zu werden.
Welcher Mensch ich sein will, das kann ich immer wieder neu entdecken.
„Ein neues Jahr, ein weites Feld“, das meint,
dass ich mir gerade zu Beginn des neuen Jahres die Frage stellen darf:
Wohin will ich mich entwickeln? Wer will ich sein und werden?
Wie werde ich meiner Würde als freier Mensch auf weitem Feld mehr gerecht?
Unser Gehirn hilft uns, uns diesem positiven Bild, das wir von uns haben dürfen,
immer mehr anzunähern.
Wir sind also nicht nur die, die wir 2021 waren oder die wir heute sind;
nein, wir sind auch die, die wir sein können und sein werden.
Vielem davon können wir uns 2022 nähern: „Ein neues Jahr, ein weites Feld.“

Hinführung zum Song "Alles ist jetzt"

Genau das besingt Bosse in dem Song „Alles ist jetzt“:
„Dann kommt eine zündende Idee,
wie frischer Wind, ein neuer Tag.
Dann kommt eine zündende Idee,
und die macht hell, wo Dunkel war.“

Song

Bosse, Alles ist jetzt

Ich hab' gelernt, das Leben zu genießen,
meine Freunde wie Blumen zu gießen.
Ich hab' gelernt das Feuer zu schür'n,
den Zauber nicht zu verlieren.
Ich hab' gelernt, der erste Blick täuscht,
und dass es gut ist, wenn man sich verläuft.
Ich hab' gelernt, auch wenn's mies ist,
Geht die Sonne trotzdem auf.

Dann kommt eine zündende Idee,
wie frischer Wind, ein neuer Tag.
Dann kommt eine zündende Idee,
und die macht hell, wo Dunkel war.

Und alles ist jetzt
Es ist alles, alles jetzt.
Das Leben ist kurz, zu kurz für ein langes Gesicht.
Und Stück für Stück kommt das Lachen zurück
und die Freude und der Hüftschwung und das Glück.

Ich hab' gelernt, es gibt viele dumme Menschen,
die ihren Hass weitergeben, so entstehen Grenzen.
Ich hab' gelernt, der Mut, den man gibt,
ist Liebe, die man kriegt.
Ich hab' gemerkt, ich will kein Nimmermehr,
weiter, geiler brauch' ich nicht mehr.
Ich hab' gelernt zu feiern
und zu schätzen was ich hab'.
Dann kommt eine zündende Idee…

Und was du träumst, das musst du machen.
All die besten, super Sachen,
alle machen, alle machen.
Was du träumst, das musst du machen.
All die besten, super Sachen,
einfach machen, einfach machen.
Und alles ist jetzt…
Und das was du träumst…

Fürbitten

Wie vor einem weiten, unbetretenen Land stehen wir heute
am Beginn des neuen Jahres 2022 mit seinen Chancen und Möglichkeiten.
Bringen wir es vor den, der es uns anvertraut und schenkt:

Für alle, die wie die Hirtinnen und Hirten in und mit der Natur arbeiten.
Für die Hirtinnen und Hirten rund um Betlehem, die unter der Grenzmauer nach Israel leiden.
Für alle, die Grenzen errichten in Köpfen und durch Mauern, etwa an den Grenzen zur EU.
Für alle, die unter den aktuellen Corona-Einschränkungen leiden.
Für alle, die wie die Hirtinnen und Hirten geprägt sind von Weite der Felder,
der Grenzenlosigkeit des Himmels
und der Offenheit für Unerwartetes, Neues und Göttliches in unserer Welt.
Ruf: Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf.
Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf.

Für alle, die wie ein Gärtner sorgsam umgehen mit dem Land und der Erde.
Für alle, die aus der Fülle und dem Reichtum der Erde leben
und teilen, was ihnen geschenkt und anvertraut ist.
Für alle, die nicht müde werden, sich für Klimaziele und Umweltschutz einzusetzen
Und selbst glaubwürdig mit den Ressourcen unserer Erde umgehen.
Für alle, die das Potenzial unserer Erde sehen und es fruchtbar machen für alle Menschen.
Ruf: Der Himmel geht über allen auf…

Für alle, die wie Maria einen Zugang zu Ihrem Inneren, zu ihrem Herzen suchen.
Für alle, sich trauen, in sich hinein zu hören.
Für alle, die das Jahr über zu uns auf die Marienburg kommen,
um nach innen zu gehen und in die Weite zu finden.
Für alle, die gute Worte sammeln, erwägen und sich so auf Neues einlassen können.
Für die Pfarreien und Pastoralen Räume in unserem Bistum, die auf neue Art versuchen,
als dienende Kirche für die Menschen in ihren Nöten, Fragen und Zweifeln da zu sein.
Ruf: Der Himmel geht über allen auf…

Für alle, die wie Hanna Arendt neues Leben als Chance begreifen.
Für alle, die Kinder erziehen und gleichzeitig von ihnen lernen.
Für alle, sie sich trauen, wie Kinder Neues zu denken und Neues in Bewegung zu setzten.
Ruf: Der Himmel geht über allen auf…

Für alle, die Menschen nicht festlegen,
sondern wie der Neurobiologie Gerald Hüther die Weite des Menschen erforschen.
Für alle, die sich dabei leiten lassen von der Würde eines jeden Menschen.
Für alle, die Chancen und Talente im Menschen sehen, noch bevor sie sichtbar und greifbar sind.
Ruf: Der Himmel geht über allen auf…

Guter Gott, mit jedem Menschen wagst Du einen neuen Anfang
und schaffst ein weites, neues Land.
Lege auf uns und auf dieses neue Jahr Deinen Segen, heute und in Ewigkeit.

Amen.

Vater Unser

Der Prophet Jesaja sagt: Gott ist Einer, der Neues schafft. Ich muss es nur sehen wollen.
Beten wir um dieses Neue, dass es im Neuen Jahr mehr Wirklichkeit wird,
dass Sein, dass Gottes Reich komme,
dass Sein Wille geschehe,
dass Sein Segen aufgehe in uns und um uns.
Bitten wir so, vertrauend wie ein Kind,
unseren himmlischen Vater.
Und lassen wir uns darin von kindlicher Zuversicht erfüllen,
wenn jetzt Kind/er das Vater unser beten:

Vater Unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit,
in Ewigkeit.
Amen.

Friedensgruß

Am Beginn des neuen Jahres können wir uns gegenseitig dieses Neue zusagen:
Ein gutes, ein gesegnetes Neues Jahr, so wünschen wir es uns.
Sagen wir uns dies nun zu, wünschen wir uns ein gesegnetes Neues Jahr
oder wünschen wir uns den Frieden.
Mit der „Taste mit dem Stern“ und der „Taste mit der Zahl 6“
könnt Ihr Euer Mikro freischalten und wir sind alle miteinander verbunden
und können uns hören:
Der Friede sei mit Euch! Ein gesundes, gesegnetes 2022 Euch allen.

Hinführung zum Song "You raise me up"

Am Ende unserer Feier spilet uns Play My Favourites nun den Song: „You Rise Me Up“.
„You Rise Me Up“ ist ein Welthit aus der Feder von Brendan Graham.
Für mich gibt es kaum ein besseres Lied als dieses, das beschreiben könnte,
wie gerade die Weite zum Ort der Begegnung mit Gott werden kann.
Seine Nähe, sein Dasein, sein Mitgehen im Neuen Jahr hilft uns,
uns gerade im Neuen, in der Weite, im Unbekannten zurecht zu finden.

In dem Song heißt es:
Du hebst mich hoch, damit ich auf den Bergspitzen stehen kann.
Du hebst mich hoch, damit ich auf der stürmischen See gehen kann.
Ich bin stark auf Deinen Schultern.
Du machst aus mir viel mehr, als in mir steckt.

Song

Josh Groban, You Raise Me Up
Deutsche Übersetzung

Wenn ich ganz unten bin und meine Seele so müde,
wenn Sorgen kommen und mein Herz schwer ist,
dann bin ich ganz ruhig und warte hier in der Stille
bis du kommst und eine Weile bei mir sitzt.

Du hebst mich hoch, dass ich auf den Bergen stehen kann.
Du hebst mich hoch, um auf stürmischen Meeren zu gehen.
Ich bin stark, wenn ich auf deinen Schultern bin.
Du baust mich auf zu mehr als ich je sein kann.

Es gibt kein Leben ohne Lebenshunger.
Jedes rastlose Herz schlägt so unvollkommen.
Aber wenn du kommst und ich ganz vom Wunder erfüllt bin,
denke ich manchmal einen Blick in die Ewigkeit getan zu haben.

Du hebst mich hoch, dass ich auf den Bergen stehen kann.
Du hebst mich hoch, um auf stürmischen Meeren zu gehen.
Ich bin stark, wenn ich auf deinen Schultern bin.
Du baust mich auf zu mehr als ich je sein kann.

Ankündigungen

•    Am kommenden Sonntag ist kein #telefongottesdienst.        
Weiter geht es am 9. Januar 2022.
•    Herzliche Einladung in unsere Kirche der Jugend Marienburg    
zur Ausstellung „… Und sie lagerten auf weitem Feld“.
•    DANK an PMF.                         

Mitgebsel

Als kleinen Start Up ins Neue Jahr wollen wir Euch heute ein Päckchen TicTac schenken.
Pfefferminze ist ein wichtiger Bestandteil darin.
Pfefferminze macht einen freien, frischen Atem.
Pfefferminze lässt uns verschnaufen, Atem holen, durchatmen.
Ja, die Minze lässt uns freier atmen und macht es weit in uns.
Nehmt das TicTac mit nach Hause und erinnert Euch,
dass Gott uns einen weiten Atem gegeben hat, einen „langen Atem“ wie wir sagen,
einen langen Atem für das weite Feld 2022, vor dem wir heute stehen.
Ja, Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

Segen

Selbst die weiteste Weite ist umfangen von Gottes Nähe.
Jedes Jahr hören wir in den Gottesdiensten am Neujahrstag
die Zusage aus dem biblischen Buch Numeri,
dass Gottes Angesicht über uns und um uns ist und uns umgibt.
So gibt uns Gott größtmöglichen und weitesten Entfaltungsraum
und gleichzeitig umgibt er uns wie ein schützender Weidezaun.
Lassen wir uns nun also mit den Worten aus dem Buch Numeri von Gott segnen
und stellen wir uns unter Seine Weite und Nähe für das Jahr 2022.

Segen
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Frieden.
So segne uns und unsere Lieben aus der Weite des Himmels der gute Gott:
+ der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Schluss
Gehet hin in Frieden.
Einen schönen Neujahrsabend,
ein glückliches, gesundes und gesegnetes Neues Jahr 2022 allen!

Schlusslied

Clueso, Neuanfang

Was soll ich tun?
Wenn ich so seh, ich kann den Wind nicht ändern,
- nur die Segel drehen.
Tausend Fragen, schlagen Rad.
Ich will kein neues Leben, nur einen neuen Tag.
Was tut gut? Was tut weh?
Ein Gefühl braucht keine Armee.
Vor, zurück, zur Seite, ran, herzlich willkommen:
Neuanfang (es ist nicht zu spät)!

Es ist nicht zu früh, es ist nicht zu spät.
Ein guter Plan ist mehr als eine Idee.
Werf nicht mehr alles in einen Topf.
Veränderung braucht ein klaren Kopf.
Will mich nicht schämen für ein bisschen Glück.
Bin ich es selber oder spielt die Welt verrückt?
Zieh klare Linien zwischen Bauch und Verstand.
Herzlich willkommen:
Neuanfang (es ist nicht zu spät)!

Ich bin nicht immun gegen Gegenwind,
doch ich lauf los.
All die schönen Erinnerungen, - ich halt sie hoch!
Ich fühl mich ein Tag schwach, ein Tag wie neugeboren.
Ich will Altes nicht bekämpfen, - ich will Neues formen.
Folge meinem Ruf, - träume von Wolken leicht.
Ich räum die Blüten aus dem Weg, nutz die Gelegenheit.
Halt mich am Vorne fest, - es fühlt sich wacklig an.
Für ein Neuanfang. (ohh, es ist nicht zu spät)
Herzlich willkommen:
Neuanfang (es ist nicht zu spät)!