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Gottesdienste

auf der Marienburg

Telefongottesdienst vom 7. Februar 2021

Herzlich Willkommen beim Telefongottesdienst.

Wir feiern heute gemeinsam Eucharistie per Telefon von euch zu Hause aus. Wir werden ca. eine Stunde zusammen feiern.


Ankomm-Meditation

Zum Ankommen und Reinkommen in den Gottesdienst, haben wir einen Text von Andrea Schwarz ausgesucht. Wir laden euch ein, eine bequeme Haltung ein zunehmen.

Gott
hier bin ich
aber meine Gedanken sind
    noch
bei mir und
bei diesem Tag

hier bin ich
Gott
und ich möchte so gern ruhig
    werden
aber noch ist Unruhe in mir

hier bin ich
Gott
und möchte gerne beten
aber ich finde keine Worte

hier bin ich
Gott
und möchte auf dich hören
aber in mir ist so viel Lärm

Gott
hier bin ich
mit meinem Leben
mit meinem Tag
mit der Unruhe in mir
mit meiner Sprachlosigkeit
mit dem Lärm in mir
der die Ohren taub macht

du nimmst mich an
so wie ich bin

hier bin ich
Gott

Mk 1, 29-39

Evangelium

Wir hören jetzt das Evangelium.

Der Herr sei mir euch.
Aus dem hl. Evangelium nach Markus.

Erzähler/in 1

In jener Zeit ging Jesus zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas.
Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett.
Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.

Erzähler/in 2

Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus.
Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus.
Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.

Erzähler/in 3

In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten.
Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm:

Jünger

Alle suchen dich.

Erzähler/in 3

Er antwortete:
 
Jesus

Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen.

Erzähler/in 3

Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

Evangelium unseres Herrn, Jesus Christus.

Auslegung

Hinführung

Wir haben lange über darüber gesprochen, dass sich Jesus nicht nur an einer Stelle (geographisch) Aufhält, sondern „er zog durch ganz Galiläa“ (V39) und er kümmerst ich um alle Menschen, die „an allen möglichen Krankheiten litten“ (V34). Dies erscheint uns als sehr wichtig, denn Jesus möchte mit seiner Botschaft und Sendung universal da sein und heilen.

Um diese Sendung Jesu für uns konkret zu machen, haben wir uns gefragt was wo heute dieses Galiläa zu finden ist. Was sind die Orte, an denen sich Jesus aufhält, um zu heilen und Not zu lindern. Wir sind dann auf die Suche nach den galiläischen Orten unseres Lebens/unserer Zeit gegangen. Vier solcher Orte haben wir gefunden. Zwei Orte berichten von der Kraft, der Zuversicht und der Hoffnung, die von diesen galiläischen Orten und den Person, die dort leben, ausgehen. Zwei Beispiele sind Orte, die es schwer haben, die unter Druck geraten sind und an denen Galiläa nicht mehr und bald nicht mehr aufzufinden ist.

Statement 1

Ein galiläischer Ort: Integration einer syrischen Frau.

Eine junge Frau, 19 Jahre alt, flieht aus dem zerstörten Aleppo. Sie ist Kurdin, kann aber weder im Irak noch in der Türkei Heimat finden. Nun ist sie nach 8 Jahren in Deutschland angekommen, aber sie spricht kein Deutsch, nur Arabisch und Kurdisch.In der Schule hat sie Englisch gelernt. Jetzt wohnt sie in einem kleinen Dorf, in dem sie keinen kennt und keiner sie kennt.

Der Bürgermeister des Dorfes und der Gemeinderat haben eine Frau gefunden, die sich Zeit nehmen kann sich zu kümmern, bei Kontakten mit Behörden und der Bank zu helfen oder auch nur Zeit mit ihr zu verbringen, zum Beispiel längere Spaziergänge zu machen, damit sie die neue Umgebung kennenlernt.

Schon am ersten Abend stellte die Frau fest: „Jetzt bin ich nicht mehr so allein.“. Sie hofft, dass ihre Mutter und ihr Bruder, die zur Zeit in Athen leben, bald die Ausreisegenehmigung bekommen und dann auch nach Deutschland kommen, so dass sie alle wieder zusammenleben können.

Statement 2

Ein galiläischer Ort: Seniorenheime und Krankenhäuser

Wegen der Coronakrise sind Besuchsregeln in Seniorenheimen und Krankenhäusern verschärft worden. Früher kamen (vor allem an den Wochenenden) viele Familienangehörige und Freunde gleichzeitig zu Besuch. Da wurde erzählt und gelacht. Man hat das Leben geteilt, die Senioren bzw. Kranken gehörten mit dazu und erfuhren auch ganz selbstverständlich alle Neuigkeiten aus Familie und Nachbarschaft. Heute darf an jedem Tag nur eine Person auf einmal kommen und wer kommt darf dann auch nur eine Stunde lang bleiben.

Ich sehe zwar ein, dass Infektionsketten auf diese Weise leichter verfolgt werden können, aber fröhliche Gesprächsrunden sind nicht mehr möglich. Es gibt nur noch Monologe, Einzelgespräche. Die Gefahr der Vereinsamung wächst. So haben es Seniorenheime oder Krankenhäuser immer schwerer. Orte, die eigentlich heilen, pflegen und zusammenbringen wollen, geraten so unter Druck. Diese galiläischen Orte sind gefährdet und drohen leise und einsame Orte zu werden.

Statement 3

Ein galiläischer Ort: Unsere Kirche?!

Aber auch folgende Situation prägt unsere Gegenwart: „Bistum Köln – Welle von Kirchenaustritten – ….aufgrund der hohen Nachfrage wurde die Anzahl der Online Termine für Kirchenaustritte erhöht.“ So berichtete es der Deutschlandfunk letzte Woche. Gerade haben wir gehört, wie Jesus unermüdlich auf dem Weg ist, auf die Menschen zugeht, verkündet und heilt.  Und wir haben gehört, wie Menschen ihrerseits sich zu Jesus hinwenden, sich ihrer Sehnsucht folgend um ihn versammeln. Erwarten wir Menschen heute nicht gerade in seiner Kirche den Ort, das Gegenüber, an dem wir Ermutigung und Bestärkung finden, an dem wir angesprochen und gemeint sind, Raum für Heilung ist?

Aber, Köln – ja Deutschland 2021 – viele Menschen meiden die Kirche, entfernen sich, treten bewusst aus.  Denn ohne offene Begegnung, ohne Vertrauen, ohne das Aufgreifen der Anliegen und Hoffnungen der Menschen entsteht kein Ort, zu dem Menschen sich hingezogen fühlen, an dem Lebenshilfe und Heilung gedeiht. Unsere Kirche ist leider oft nicht der Ort, an dem Jesu Geist erfahrbar ist. Das könnte so anders sein! Der Ort, zu dem wir uns heute morgen als Gemeinschaft hingezogen fühlen, ist vielleicht Beispiel für einen galiläischen Kirchenort.

Statement 4

Ein galiläischer Ort: Das Rettungsschiff auf dem Mittelmeer

Vor ein paar Wochen nahm ich an einer Online-Gesprächsrunde mit Rebecca teil – einer jungen Frau, Mitte 20, die zur Crew der Sea Watch 4 gehört. Das Schiff ist das erste sogenannte Bündnisschiff des Vereins "United4rescue", gemeinsam retten. Die Crew rettet im Mittelmeer Menschen auf der Flucht vor dem Ertrinken.

Rebecca schilderte sehr eindrücklich von ihren Erlebnissen dort: von den Menschen, die sie schon retten konnten, die auf dem Schiff endlich in Sicherheit sind, nicht ertrinken müssen, und nicht nach Libyen zurück geschickt werden. Aber auch von den Beobachtungsflügen, von kenternden Booten, von den Ertrunkenen, deren Tod von den zivilen Rettern nur noch dokumentiert werden kann, damit sie wenigstens nicht vergessen sind. Auch vom Tod eines dreijährigen Jungen bei ihrem ersten Einsatz und von ihrer Wut, dass dieser Tod und so viele Tode von der Europäische Union in Kauf genommen werden. Von ihrer Wut darüber, dass sich die Politik zynisch der Abschottung und Abschreckung verschrieben hat und darüber, dass es anscheinend die Annahme gibt, dass nicht jeder Mensch es wert ist, vor dem Ertrinken gerettet zu werden.

Nun setzen die Bistümer Paderborn, München-Freising und Trier ein Zeichen gegen diese Politik und diese Denkweise. Sie unterstützen United4rescue und die Anschaffung eines zweiten Bündnisschiffes, damit mehr Menschenleben gerettet werden.

Abschluss

Wir waren auf der Suche nach galiläischen Orten. Orten, an denen Jesu Wort und Sendung erfahrbar wird. Wir haben Orte gefunden, die davon sprechen und Orte, die unter Druck stehen. Das sind nicht alle Orte, wir sind davon überzeugt, dass ihr auch solche galliläischen Orte kennt und wünschen euch viel Freude, diese zu entdecken. Amen.

Fürbitten

Auf dem Weg Sein, Verkünden und Heilen, ohne Begrenzung auf Gruppen oder Orte – von diesem Selbstverständnis Jesu haben wir heute gehört. Beispiel und zugleich Auftrag für uns und unser Leben. Und so bringen wir heute all das zu Dir, guter Gott, was uns bewegt und für das wir um Heilung bitten:

Guter Gott, wir bitten Dich für alle Menschen, die auf eine ermutigende Botschaft warten, die vor Entscheidungen stehen und nach Orientierung in ihrem Leben suchen. Vielleicht am Beginn einer neuen Lebensphase, wie der Berufswahl, der Partnersuche, der Familiengründung, dem Eintritt in den Ruhestand.

Liedruf: Weinen und Klagen, die Tränen unserer Zeit …

Guter Gott, wir bitten Dich für alle Menschen, die Heilung in ihrem Leben suchen. Wir denken an die Menschen, die an Corona oder einer chronischen Krankheit leiden, an Menschen, die körperliche oder seelische Verletzungen in sich tragen, an Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt verloren haben, an Menschen ohne Hoffnung und Lebensmut.

Liedruf: Weinen und Klagen, die Tränen unserer Zeit …

Guter Gott, wir bitten Dich für alle Menschen, die buchstäblich am Weitergehen gehindert werden. Menschen, die in ihrem Land politisch gefangen oder verfolgt werden, Menschen, die an den Grenzen Europas unter menschenunwürdigen Bedingungen festsitzen, Flüchtlinge, die in unserem Land nur geduldet sind, Jugendliche, deren Möglichkeiten in der Pandemie stark eingeschränkt sind.

Liedruf: Weinen und Klagen, die Tränen unserer Zeit …

Guter Gott, wir bitten Dich für die Schöpfung, die unter der Gier der Menschen leidet, ausgebeutet und geschunden ist, verschmutzte Meere, zerstörte Wälder, versalzte Böden, bedrohte Tiere und Pflanzen. Wir bitten für alle Menschen, die ganz konkret unter den Folgen dieser Zerstörung leiden. Und wir bitten für alle, die sich für die Erhaltung der Schöpfung in ihrer Fülle und Schönheit einsetzen.

Liedruf: Weinen und Klagen, die Tränen unserer Zeit …

Guter Gott, wir danken Dir für all die Menschen, die auf ihrem Lebensweg Deinem Beispiel gefolgt sind, uns vorausgegangen sind und nun Heimat und Geborgenheit bei Dir gefunden haben.

Liedruf: Weinen und Klagen, die Tränen unserer Zeit …

Guter Gott, Du sagst uns Heilung zu, bist unermüdlich auf dem Weg zu uns und immer für uns da. Öffne unseren Blick und unsere Herzen für Dein Wirken in unserem Leben und lass uns weitergeben von dem, was wir an Gutem erfahren dürfen. Amen.

Vater Unser

Vater Unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme,
dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit,
in Ewigkeit.
Amen.

Meditation

Mein Name ist … Ich möchte euch einen Text vom Dichter Rainer Maria Rilke vorlesen, den wir schon einmal vor zwei Wochen im Gottesdienst gehört haben. Der Text wurde mehrmals bei uns nachgefragt. Daher will ich ihn euch noch mal vorlesen und so zum persönlichen Betrachten anbieten:

Du, Nachbar Gott, wenn ich dich manches Mal
in langer Nacht mit hartem Klopfe störe, -
so ist`s, weil ich dich selten atmen höre
und weiß: Du bist allein im Saal.
Und wenn du etwas brauchst, ist keiner da,
um deinem Tasten einen Trank zu reichen:
Ich horche immer. Gib ein kleines Zeichen.
Ich bin ganz nah.

Nur eine schmale Wand ist zwischen uns,
durch Zufall; denn es könnte anders sein:
ein Rufen deines oder meines Munds –
und sie bricht ein
ganz ohne Lärm und Laut.

Schlussgebet

Lasst uns zum Abschluss beten:

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast durch Christus allen,
die an dich glauben,
das Licht deiner Herrlichkeit geschenkt.
Entflamme in uns die Sehnsucht nach dir,
dem unvergänglichen Licht,
damit wir mit reinem Herzen
zum ewigen Fest bei dir gelangen.
Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Wochenimpuls

Zum heutigen Wochenimpuls möchte ich euch eine App empfehlen. Sie heißt „andereorte“ und ist im Googlestore oder bei iPhone erhältlich. Bei dieser App könnt ihr besondere Orte in Deutschland für andere Makieren. Ihr könnt den Standort dieses Ortes teilen und beschreiben, was ihr damit verbindet. Ihr könnt aber auch selbst auf der interaktiven Landkarte nach besonderen Orten in eurer Nähe auf die Suche gehen. Es macht viel Freude sich durch die Karte zu klicken, besondere Entdeckungen sind vorprogrammiert. Ich bin mir sicher, dass hier einige galiläische Orte auf euch warten.

Segen

Gott
der Herausforderung
und Geborgenheit ist

möge uns
auf unserem Weg
begeleiten

er fordere uns heraus
wo wir geborgen sind
und

er berge uns
mitten in der
Herausforderung

so segne uns Gott
und diesen Tag.